Marketing-Tipps für Stiftungen

 

Die öffentlichen Kassen werden immer leerer, der Staat zieht sich aus freiwilligen Leistungen immer mehr zurück. Privates Bürgerschaftliches Engagement im Rahmen von Stiftungen wird deshalb immer wichtiger. Doch gerade in der Startphase haben es Stiftungsprojekte schwer. Hilfe bietet hier das neue Marketinghandbuch „Erfolgsmodell Stiftung“ des Höchstadter Marketing-Experten Christian Enz.

 

Bevor er im Januar 2010 in die Marketingabteilung der Kreissparkasse Höchstadt wechselte, hatte Christian Enz die ersten 30 Jahre seines Lebens in Rothenburg ob der Tauber verbracht. „Vermutlich hat mir diese Biografie das Interesse an Stiftung und Heimatpflege ins Stammbuch geschrieben.“ erzählt Christian Enz. Denn anders als im ehemals zum Hochstift Bamberg gehörenden und deshalb kirchlich regierten Höchstadt hatten in der freien Reichsstadt Rothenburg seit je her die Bürger das sagen. Renommierte Familiendynastien, Patrizier, lenkten über Jahrhunderte die Geschicke des kleinen Stadtstaates – und legten große Stiftungen an. Diese haben Kriege und Währungsreformen überdauert und fördern noch heute die Bürger der Stadt. „1745 saß mein Namenspatron Christian von Winterbach im Stadtrat – und noch heute kennt den Namen jedes Kind. Gewährt seine Stiftung doch immer noch finanzielle Hilfe für schulische und erzieherische Projekte.“

Aktiv beschäftigt hatte sich Enz mit dem Thema Stiftung zuerst allerdings nicht. „Wie die meisten so habe auch ich gedacht, dass dies nur für die oberen Zehntausend ein Thema ist.“ Dies änderte sich, als Sparkassendirektor Herbert Fiederling im Sommer 2010 die Gründung einer Stiftergemeinschaft initiierte. „Damit wurde bereits mit Summen von 25.000 Euro die dauerhafte Förderung von Projekten möglich – was meiner Meinung nach die Existenz von zahlreichen gemeinnützigen Errungenschaften sichern kann. Auch, wenn staatliche Zuschüsse weiter gekürzt werden oder gar ganz wegfallen.“ Deshalb fördert auch der Staat die Gründung von Stiftungen und Bürgerstiftungen – in dem er den Geldgebern weitreichende steuerliche Vorteile zubilligt.

 

Trotz allem haben es Stiftungsprojekte gerade in der Startphase schwer. Dies liegt, so vermutet Marketing-Experte Christian Enz, in der Natur der Sache. „Bei einer Stiftung muss heute Kapital in den Grundstock fließen – man profitiert aber erst in der Zukunft davon. Außerdem können stets nur die Erträge genutzt werden. Das erfordert Geduld sowie Disziplin und Phantasie bei den handelnden Personen.“ Dies stellt Sparkassen, vor allem aber gemeinnützige Einrichtungen – also potenzielle Begünstigte – vor eine große Herausforderung. Ist es doch an ihnen, Kapital für eine Stiftungsgründung zu sammeln und über die Jahre kontinuierlich aufzustocken. „Einen vernünftigen Ratgeber habe ich da vergeblich gesucht.“ erinnert sich Christian Enz. Deshalb beschloss er kurzerhand selbst ein solches Handbuch zu verfassen. Unterstützung gab es dabei sowohl von der Höchstadter Kreissparkasse und der in Fürth ansässigen Deutschen Stiftungstreuhand AG, als auch vom Bayerischen Innenministerium. So steuerte Innenminister Joachim Herrmann persönlich ein Grußwort zu der knapp 130 Seiten umfassenden und vor wenigen Tagen im Münchner Allitera-Verlag erschienenen Publikation bei. Eine wichtige Hilfe, wie der Autor betont. Denn das Fachbuch richtet sich an Stiftungsexperten in Sparkassen und regionalen Banken sowie an Fund-Raiser in gemeinnützigen Organisationen und Institutionen. „Deshalb ist die Zielgruppe in Bezug auf Bürgerschaftliches Engagement zwar sehr wichtig, aber klein und wirtschaftlich für viele Verlage nicht interessant.“

 

Entstanden ist „Erfolgsmodell Stiftung“ im Laufe der letzten zwei Jahre. „Neben meiner Arbeit in der Kreissparkasse Höchstadt/Aisch wirke ich auch noch an einem betriebswirtschaftlichen Forschungsprojekt in Flensburg mit. So sitze ich häufig acht Stunden im Zug – Zeit genug um meine Gedanken in die Tasten zu hauen.“ berichtet der Autor. Letzteres ist dabei wörtlich zu nehmen, zählte Enz Ende der 90-er Jahre doch zu den schnellsten Realschülern an der elektrischen Schreibmaschine. „Leider ist mein Anschlag so laut geblieben, dass sich Reisende über das Klappern beklagten. Deswegen buche ich inzwischen wenn möglich einen Platz im Kinderabteil.“ erklärt Christian Enz um augenzwinkernd anzufügen: „Und wenn das Buch doch ein finanzieller Erfolg wird, dann fahre ich auch mal erster Klasse.“

 

 

Erfolgsmodell Stiftung

ISBN: 978-3-86906-490-1

ist im Allitera Verlag, München, erschienen

und Broschiert für 24,90 Euro erhältlich.

E-Book-Download: 9,99 Euro.